Grenze

Dieser Eintrag widmen wir zuerst etwas anderem als unserer Reise. Mit riesiger Freude erreichte uns die Nachricht, dass Fabienne und Patrick Eltern vom suessen Robin geworden sind. An dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Glueckwunsch an euch beide!

Als uns Patrick anrief, waren wir wieder zurueck in Latacunga und am naechsten Tag fuhren wir weiter nach Riobamba. Diese Stadt bietet nichts besonderes und wir verbrachten einen 2 stuendigen Sightseeing, weil wir ein Cafe suchten. Dabei stellten wir fest, dass diese haessliche und zugleich huebsche Stadt einen starken italienischen Einfluss hat. Theorien ueber das Warum haben wir zwar erstellt, jedoch kennen wir den wirklichen Grund nicht.

Am Tag darauf bestiegen wir frueh morgens das Dach des Zuges nach Alausi. Die Zugstrecke wurde um 1900 erbaut und fuehrte einst von Guayaquil nach Quito. El Niño ist schuld, dass heute nur noch diese 7 stuendige Bahnstrecke moeglich ist. Die Fahrt zum Nariz del Diabolo war aeusserst abenteuerlich, vorallem wenn man die Baufaelligkeit von Schienen und Zug sowie die halsbrecherische Strecke selbst anschaut. Natuerlich kennen Ecuatorianer auch keine Sicherheitsvorkehrungen. Aber das Risiko war's wert, denn vom Dach aus wurden uns wunderschoene Ausblicke gegeonnt. Unter anderem konnten wir den Chimborazo, der hoechsten Berg Ecuadors, bestaunen.

Die naechsten Tage verbrachten wir in der Kolonialstadt Cuenca. Das Zentrum gehoert zum UNESCO-Weltkulturerbe wegen seiner vielen wunderschoenen Kirchen. Unter anderem steht die groesste Kirche Suedamerikas (Platz fuer 10'000 Menschen) dort. Wir fuehlten uns eher in einer Stadt Europas, irgendwie ein Mix zwischen Paris, Madrid und Wien. Von da aus unternahmen wir einen Ausflug in den Nationalpark Las Cajas, ein Moorgebiet, welches ueber stolze 3000 Seelein verfuegt.

Der letzte Ort in Ecuador sollte Vilcabamba sein. Eigentlich hatten wir geplant, einige Tage auf einer Hacienda zu verbringen. Da dies aber nie zu stande kam, goennten wir uns fast eine Woche in einem tollen Hostal oberhalb des Dorfes. Es tat richtig gut, all die vielen Erlebnisse der vergangenen Wochen im schoenen Garten, auf der Haengematte, bei der Massage, am Pool, auf einer Wanderung, beim guten Essen oder am Abend bei Spiel und Spass zu verarbeiten.

In der Nacht vom 20. Oktober verliessen wir einerseits etwas traurig Ecuador und erreichten andererseits mit Freude Peru. Der Grenzuebergang gab's keine Probleme. Lustig war, dass wir zu Fuss ueber die Grenze laufen mussten.

Chiclayo war unser erster Standort in Peru. Von dort aus besuchten wir die Tempelruinen von Tucume und das tolle Museum Lambayeque. Im Museum bestaunten wir das Grab des Herrschers Sipan und viele Grabschaetze aus Gold, Silber und Ton. Beide Kulturen stammen aus der Zeit vor dem Grossen Inkareich.

Jetzt befinden wir uns in Huanchaco, einer kleinen, huebschen Kuestenstadt im Norden. Umgeben ist dieses Gebiet mit Wueste, die zwar kahl aber sehr faszinierend aussieht. Huanchaco ist ein beliebter Wochenendort der Peruaner und nebst Surfen, von dem wir lieber die Finger lassen, ist das Fischen mit den aus Binsen hergestellten Booten namens Caballitos (kleines Pferd) verbreitet. Gestern besuchten wir Chan Chan, die einst groesste Lehmstadt der Welt. Schon gigantisch, diese Mauer-Ruinen zu sehen und in Gedanken an diese Zeit zurueckversetzt durch die in Restauration befindende Tempel-Anlage zu schreiten. Bei der Eroberung Chan Chans durch die Inka wurde wegen seiner Schoenheit nichts zerstoert. Dies uebernahmen dann die Spanier...

Heute besuchten wir Huacas de la Luna y del Sol. Der kleinere Tempel Luna wurde fuer religioese Rituale benutzt und Sol (der groesste Adobe-Tempel Perus) war die Verwaltung. Erbaut wurden die Tempel in den Jahren 100 bis 600 n.Ch. Der Name verdanken sie einer aehnlichen Tempelanlage von Mexiko, hat also keine spezielle Bedeutung.

Was wir bis jetzt von Peru gesehen haben, beeindruckt uns schwer. Vor allem die Weite des Landes. Wir bemerken erst jetzt, wie klein Ecuador im Vergleich zu anderen suedamerikanischen Laendern ist. Einige Unterschiede zu Ecuador konnten wir bereits feststellen, jedoch ist es noch zu frueh, um diese genauer zu beschreiben.

Oktober Teil II

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