Solo, Adios Peru y Bienvenido Bolivia (0816 pHiL)

Solo
Die erste Station auf meinen Solopfaden fuehrte mich nach Arequipa, die weisse Stadt Peru's. Die wunderschoene Kolonialstadt ist umgeben von aktiven Vulkanen, heissen Quellen und Wuesten in groesser Hoehe. Fuehlte mich richtig wohl in dieser Grossstadt welche aber auf einen auch eher als Kleinstadt wirkt und verbrachte fast eine Woche dort. Arequipa war/ist fuer mich die schoenste Stadt Peru's. Da in der naehe der tiefste Canyon der Welt liegt, unternahm ich in diesem einen dreitaegigen Treekingtrip. Ein auesserst eindrueckliches wie auch mehr als anstrengendes Erlebnis im Canon del Colca.

November Teil II


Von Arequipa ging es fuer mich in das sehr touristische Cusco. Dies war einst die Hauptstadt der Inkas. Leider ist aber von diesem nicht mehr viel zu spueren und zu sehen. Es wimmelt nur so von Touristen und die Preise sind mehr als ueberteuert. Das Unterfangen "Besuch Machu Picchu", eines der sieben Weltwunder, treibt einen fast in den Bankrott. Jedoch vergisst man bereits beim ersten Schritt in die Anlage, das ausgegebene Geld und man kann nur noch Staunen. Es ist wirklich eine Wucht was die Inkas dort erbaut haben! Verweilte 8 Stunden in der "verlorenen" Stadt der Inkas und es wurde mir keine Minute langweilig. Das Staunen hoerte bis zum Schluss nicht mehr auf. Machu Picchu war atemberaubend - die folgenden Bilder sprechen fuer sich.

November Teil III


Adios Peru y Bienvenido Bolivia
Nach dem Machu Picchu war's an der Zeit Peru Chao zu sagen und Richtung Bolivien aufzubrechen. Meine Busfahrt nach Copacabana stellte sich als totales Desaster heraus. Anstatt 50 wurden ueber 90 Personen in den Bus gepfercht und man durfte seinen Sitz mit jemandem teilen. Uebermuedet, froh und entnervt kam ich mit ziemlicher verspaetung in Copacbana an.
Dieser Ort ist uebrigens der Namensgeber fuer den weltbekannten Strand von Rio de Janeiro in Brasilien. Copacabana liegt an dem leuchtenden saphirblauen Titicacasee welcher auf 3820 M.ue.M. liegt. Am naechsten Tag besuchte ich die naheliegende Isla del Sol. Die Aussicht auf der Wanderung vom Norden zum Sueden der Insel war traumhaft. Leider wurde das Bild der Insel ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Ohne boese Absichten habe ich einen alleine mitten im Weg stehenden Esel photographiert. Als ich weiterlief, sprang auf einmal eine alte Frau aus dem Gebuesch heraus und wollte Geld fuer das Photos. Als ich dies nicht geben wollte, versuchte sie mir meine Kamera aus den Haenden zu reissen. Da ihr dies nicht gelang, nahm sie ihren Stock und fing an auf mich einzuschlagen. Schleunigst machte ich mich daher aus dem Staub. Kaum als ich mich von diesem Schock erholt hatte, stand am Weg ein kleines Maedchen und wollte Bonbons. Da ich keine auf mir trug, ihr dies mitteilte und weiterlief, warf das Maedchen Steine nach mir. Sehr freundliche Inselbewohner!
Vom Schreck des Tages konnte ich mich bei dem selbstgekochten Nachtessen von Ursina und Philipp erholen. Ein wunderbares Wiedersehen mit Pasta und reichlich Wein ;-)

Die Regierungsstadt Boliviens, La Paz, war mein naechstes Ziel. Auf dem Weg dahin konnte ich ein weiteres Mal die Freundlichkeit der Bolivianer gegenueber Touristen kennenlernen. Da ich mit meiner einheimischen Bussitznachbarin nicht den Platz wechseln wollte, kam ihre Rache postwendend. Ihre dreckigen Finger (diese Frau ass ihr Glace mit den Haenden) wurden staendig an meinen Hosen abgeputzt. Als ich sie darauf aufmerksam machte, laechte sie mich nur dreckig an. Wirklich nette Leute diese Bolivianer!

Auf mich wirkte La Paz als eine unfreundliche, hektische und unsichere Stadt. Daher war ich froh als Ursina und Philipp mir nach La Paz nachreisten. Gemeinsam machten wir einen ganztaegigen Biketrip auf der "Most Dangerous Road in the World" von 4700 M.ue.M. hinab in den Dschungel. Beim Start hatte es sogar noch Schnee und beim Ende war man in den Tropen. Wie Philipp so gerne sagt, wirklich "grosses Kino" dieser Trip.

Inzwischen sind wir als Dreiergespann in Sucre, der eigentlichen Hauptstadt von Bolivien, angelangt und geniessen ein paar ruhige Tage. Diese Kolonialstadt ist einfach malerisch und laedt einen ein, nichts zu machen und einfach auszuspannen.

Es ist immer wieder schoen und bereichernd die Beiden auf meiner Reise durch Suedamerika zu treffen und einige Zeit gemeinsam zu verbringen. So schoen und wunderbar die gemeinsame Zeit ist, so sehr geniesse ich es dann wieder fuer eine Weile alleine unterwegs zu sein. Der gute Mix von Beidem macht es aus!

Gedanken zu Boliven
Es ist ein sehr spezielles Land welches auf dem direkten Weg zum Sozialismus wie in der ehemaligen Sowjetunion ist. Auf der einen Seite das Aermste wo ich bis jetzt gesehen habe auf der anderen Seite auch das wo gegenueber Touristen am unfreundlichsten ist. Die politische Situation ist auf Grund einer allfaelligen radikalen Verfassungsaenderung im Januar sehr angespannt. Dazu kommt es, dass der Praesident seine auslaenderfeindliche Meinung oeffentlich bei jeder Gelegenheit vertritt. Ansatzweise erklaert wohl dies die Abneigung der Bolivianer gegenueber uns Touristen. Dies macht es einem nicht einfach sich als Tourist in diesem Land Willkommen zu fuehlen.
Wiederum kriegt man in Sucre ein total anderes Bild von Bolivien und fuehlt sich richtig Willkommen und kann sich kaum vorstellen, dass dies das gleiche Bolivien ist welches man bis jetzt kennengelernt hat.

Habe ein gemischtes Gefuehl wenn ich an meine ersten Tage/Wochen in Bolivien denke aber hoffe, dass ich schlussendlich auch ueber dieses Land fast nur positives berichten werden kann.

¡hasta luego!

Dezember Teil I

Gastblog1 (0816Ursina)

So, eine Ehre. Der Club hat mir die Moeglichkeit einer Kolumne oder besser gesagt eines Gastblogs eingeraeumt. Gut. Ich versuche hier Ursina und Philipp (Felipe I) in nichts nachzustehen und berichte von meinen Eindruecken. Wie dies auf ausdruecklichen Wunsch von Ursina geschieht, beziehen sich die untenstehenden Schilderungen auf unsere Zeit in Bolivien.

Nachdem wir in Puno zwei Naechte geschlafen hatten, fraesten wir eines Vormittags (kann mich weder an Daten noch an Wochentage erinnern - ja, die Reisekrankheit) per Bus Richtung Copacabana am Titicacasee. Dabei ueberquerten wir die Grenze. Obwohl per Bus unterwegs, musste dies zu Fuss geschehen. Die suedamerikanische Buerokratie hielt sich in Grenzen, und so dauerten die ganzen Formalitaeten nur knapp eine Stunde.

In Copacabana angekommen bezogen wir Quartier im Hotel Cupula. Das gemaess Lonely Planet "schoenste Hotel von Bolivien" war wirklich supertoll. Es liegt auf einer kleinen Anhoehe und Ursina und ich konnten von unserem Zimmer (das einzige mit einem kleinen Balkon) das smaragdgruenblaue Wasser des Titicacasees bestaunen. Das eigentliche Highlight folgte am Abend. Ursina und ich kochten zum ersten Mal auf unserer Reise selbst. Wir kauften am Nachmittag auf dem Markt Lebensmittel ein (Pasta, Thun, Oliven, Tomaten, Gewuerze, etc.) und kochten dann am Abend. Da Philipp (Felipe I) auch in Town war, luden wir ihn zum Znacht ein. Ein tolles Wiedersehen.

Bald reiste Philipp (Felipe I) dann weiter gen La Paz und Ursina und ich besuchten die Isla del Sol inmitten des Sees. Die ganze Angelegenheit war zwar reichlich touristisch, trotzdem wanderten wir auf der Insel und verpassten fast das Schiff zurueck.

Bald hiess es dann wieder Rucksack packen und den Morgenbus gen La Paz schnappen. Da Philipp (Felipe I) uns bereits vorausgegangen war, reservierte er fuer uns ein Zimmer im Loki Hostel in La Paz. Dort teilen wir drei nun ein 5-er Schlag mit zwei Irinnen. Morgen gehts nun auf eine kleine Velotour, doch davon mehr im naechsten Blog.

Noch eine politische Bemerkung. Die ganze Diskussion um die anstehende Abstimmung zur Verfassung, welche mitte Januar stattfinden soll, spueren wir hier. Auf Haeuser und an Waenden finden sich Ja-Parolen und "Evo, du fuehrst uns zum Sozialismus" Slogans. So viel zum Thema. Ich war der Meinung, dass nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion sowie dem wirtschaftlichen dahinstagnieren von Kuba das Thema Sozialismus als System eigentlich vom Tisch sei. Nicht hier. Hier wird lustig drauflos verstaatlicht - aber Evo, der seinen Ruecktritt ja bereits auf 2016 angekuendigt hat, der wird das schon machen. Statt in Bildung zu investieren und damit das Land voranzubringen, wird hier ein Sozialismus propagiert, der weder die grassierende Korruption im Land bekaempft, noch der Bevoelkerung mehr Sicherheit bringt. Aber Evo wird es bstimmt richten.

November Teil I (0816Ursina)