Anders als geplant...(0816 pHiL)

El fin de Bolivia
Im schweizerischen Quartett ging es von Sucre weiter nach Potosi. Dies ist die hoechstgelegene Stadt der Welt (4060 m.ue.M.). Der Reichtum und das Elend sind hier untrennbar mit den Minen des Berges "Cerro Rico" verbunden. Millionen von Arbeitern fanden bis heute unter den extrem harten und unmenschlichen Arbeitsbedingungen den Tod. Noch heute stirbt im Durchschnitt ein Bergarbeiter pro Tag. Nur die wenigsten Arbeiter, genannt Mineros, besitzen eine Gasmaske oder sonst irgendeine Art von Schutzkleidung. Im Durchschnitt dauert es 10 Jahre, bis ein Minero tödlich erkrankt. Die Lebenserwartung eines Arbeiters beträgt in etwa 45-50 Jahre. Obwohl Kinderarbeit in Bolivien offiziell verboten ist, arbeiten in der Mine noch heute über 700 Kinder von 9-14 Jahren oder jünger. Die Notwendigkeit der Kinderarbeit habe hier Priorität vor dem Gesetz!!! Auch vor Touristen wird die Kinderarbeit in keiner Weise vertuscht, im Gegenteil.
Auf Grund der erwaehnten unmenschlichen Bedingungen und meinen Problemen in dieser Hoehe richtig Atmen zu koennen, entschied ich mich die Minen nicht zu besuchen.

In Potosi traffen wir auch wieder auf Liss und Rob, das Australische Paaerchen, welches ich in Arequipa kennenlernte und wir in Sucre wiedergesehen haben. Gemeinsam machten wir uns auf nach Uyuni, der zum Glueck letzten Station in Bolivien. Dieses Land hat so viele wunderschoene Landschaften zu bieten aber die Art und Weise der Leute mit den Touristen umzugehen, verunmoeglicht es einem sich wohl zu fuehlen und laenger als noetig in diesem Land zu bleiben. Landschaftlich war Bolivien ein Highlight aber alles andere ist bedauerlich und ganz schnell zu vergessen! Leider...

Am naechsten Tag starteten wir unsere viertaegige Salar de Uyuni Tour. Los gings vollgepackt mit dem Jeep, unserem Guide und unserer Koechin. Diese Tour war einfach traumhaft und man sah von surrealen Salzflaechen, heissen Quellen, Geysire, farbenpraechtigen Lagunen, Vulkanen und Flamingos alles. Wir kamen von dem Staunen gar nicht mehr raus und alles war sooo faszinierend. Das Ende der Tour war auch gleichzeitig der Grenzuebertritt nach Chile.


Luxus pur - Chile
Nach fast 8 1/2 Monaten in den aermsten Laendern von Suedamerika erscheint einem Chile als Luxus pur und ein ganz schoen teures Pflaster. Kurlig aber in der Anfangszeit musste ich mich echt wieder an den Luxus und die ganzen Moeglichkeiten die damit verbunden sind gewoehnen. Erstaunlich wie man sich an die Einfachkeit und das Minimum zu haben gewoehnen kann und vorallem, dass einem gar nichts fehlt!

Nach ein paar Tagen Erholung von der Salar de Uyuni Tour und damit man sich wieder an die tropische Waerme gewoehnt, sollte es von San Pedro de Atacama direkt nach Salta (Argentinien) gehen. Aber oftmals kommt es doch anders als geplant. Da die naechsten 2 Wochen alle Busse nach Argentinien ausgebucht waren, musste ich mir einen Plan B ausdenken. Eigentlich wollte ich Chile nicht bereisen aber wenn ich nun schon mal hier war und nicht die geplante Route nehmen kann, entschied ich mich zuerst einen Halt in La Serenas (nobler Strandort im Norden von Chile) und dann weiter nach Santiago de Chile zu reisen.

So hiess es ein weiteres Mal von Ursina und Philipp Abschied auf Zeit zu nehmen. Daran sind wir uns ja schon gewoehnt und wie Philipp so gerne immer wieder sagt, hat dies auch was gutes. So koennen wir jedes Mal das Wiedersehen und den Abschied aufs Neue zelebrieren. Dies natuerlich mit reichlich Rotwein und einem feinen Essen, wenn schon denn schon ;-).

Der Norden und die Hauptstadt von Chile sind absolut sehenswert und landschaftlich wunderschoen. Insgesamt verbrachte ich ueber 2 1/2 Wochen in Chile und wenn es sich in meinen verbleibenden Monaten noch einrichten laesst, werde ich nochmals nach Chile zurueckkehren. Dieses Land ist extrem faszinierend und definitiv einen weiteren Besuch wert. Leider gibt es von der Zeit in Chile keine Photos mehr. Da Felipitochen aus Versehen alle Photos von dieser Zeit geloescht hat :-(

Argentina
Die naechste Station nach Santiago de Chile war Mendoza, das Weinmekka Argentiniens. Verbrachte sowohl Weihnachten wie auch Silvester hier und goennte mir die eine oder andere leckere Weinflasche. Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde ich von meinen Australischen Freunden mit einem typischen Weihnachtsessen aus ihrer Heimat (Gans mit Kartoffelsalat) bekocht. Kurz vor Silvester stiessen dann auch Ursina und Philipp dazu. Unter anderem unternahmen wir zusammen eine ausfuehrliche Fahrradweintour. Velo zu fahren in der prallen Sonne mit ueber fast 35 Grad und nebenbei noch Wein zu degustieren ist nicht empfehlenswert ;-) Dementsprechend hatten wir alle nach dieser Tour nen kleinen oder auch groesseren Schwipps ;-).
Wie es sich natuerlich gehoert, haben Ursina und ich den letzten Tag im 2008 wuerdig beendet und gingen in der Naehe von Mendoza raften. War das ein superhammer geiler Tag und hat so unendlich Spass gemacht. Einfach genial!! Photos von dem Rafting folgen noch.

Buenos Aires - mi ciudad
Inzwischen bin ich nun bereits seit fast 3 Wochen in Buenos Aires. Zusammen mit Roger (einem Kollegen aus Zuerich) habe ich mir hier ein Appartement fuer einen Monat gemietet. Es ist wiedermal schoen sein eigenes Zimmer, Bad und Kueche zu haben. Dies nicht mit Anderen zu teilen und man sein kann ohne viel zu machen. Einfach genial!
Buenos Aires ist eine supercoole Stadt und vorallem mit seinen 15 Millionen Einwohnern riesig auch wenn es einem gar nicht so vorkommt. An den Lebensrythmus der Argentinier musste ich mich zuerst gewohnen aber inzwischen ist es ganz normal, dass man zwischen 22 und 24 Uhr das Nachtessen zu sich nimmt. Danach was trinken geht und erst so auf die 2 bis 3 Uhr in den Ausgang und dementsprechend morgens wenn die Sonne laengstens aufgegangen ist ins Bett kommt ;-)
Mehr zu Buenos Aires und entsprechende Photos demnaechst…

Hasta pronto...

Dezember Teil II & Januar Teil I

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