Chao Chao – und was eigentlich mit eurem Geld geschehen ist

Wie gut können wir uns noch daran erinnern, vor nicht all zu langer Zeit unsere sieben Sachen gepackt zu haben und mit dem Ziel Abenteuer Unbekannt ins Flugzeug gestiegen zu sein. Nun sind 5 ½ Monate vergangen und unsere Zeit hier im Kinderheim neigt sich dem Ende zu. Am 12. September begeben wir uns das letzte Mal auf unseren langen Arbeitsweg ins Santuario. Der Abschied wird alles andere als leicht, aber mit einer guten mentalen und organisatorischen Vorbereitung wird das wohl klappen.

Am Sechzehnten im Jahr Nullacht (was sonst) geht’s dann ab ins nächste Abenteuer. Am Anfang unserer langen Reise durch Südamerika bleiben wir noch etwas an der Küste Ecuadors, wo wir uns nach Strand, Sonne, Hängematte und Nichtstun sehnen. Mit auf unseren Weg nehmen wir einen Rucksack prall gefüllt mit bunt gemischten, negativen wie auch positiven Endrücken und Erfahrungen.

Als weiteres kleines Highlight (nicht nur für uns) haben wir alle Kids – fast 50ig an der Zahl – in den Bus gepackt und sind mit ihnen auswärts zum Essen gefahren. Nur schon die einstündige Busfahrt war toll. Beim Restaurant, welches an einem wunderschönen Strand liegt und als Schiff gebaut ist, angekommen, schlemmten wir ein ausgezeichnetes Essen. Wie ungewöhnlich dies für Manche war, zeigte, dass einige nicht mal richtig wussten, wie mit Messer und Gabel umzugehen ist. Danach genossen wir die Zeit mit baden, Fuss- und Volleyball spielen, Sandburgen bauen, Fischnetz aus dem Wasser ziehen und anschliessend mit den Fischen spielen. Aber genug Worte, die Bilder von diesem Tag sagen mehr.



Dieser wundervolle Tag war nur dank eurer grosszügigen finanziellen Unterstützung möglich. Aber nicht nur das, noch viel mehr ist und war nur durch eure Hilfe möglich. Hier nun eine Auflistung, was wir mit eurem Geld angestellt haben und warum.

Renovation Jato. Als Jato wird hier das Haus der 27 kleinen Jungs bezeichnet, wo Philipp arbeitet. Der Zustand des Hauses hat uns seit Beginn schockiert: keine funktionierenden Duschen und Waschbecken, defekte und nicht spühlende WCs, löchriger Fussboden (ein Junge fiel sogar mal in den unteren Stock), spärlich fliessendes Wasser, fehlende Elektroinstallation – um mal die akutesten Probleme zu erwähnen. Mit riesiger Freude nahmen die zuständigen Personen unseren Vorschlag entgegen. Inzwischen sind schon Wasser, Duschen, WCs und Duschvorhänge installiert. Die weiteren Arbeiten folgen in den kommenden Wochen.

Matratzen. Viele der Matratzen der Jungs und Mädchen sind in miserablem Zustand. Nicht wenig kommt es vor, dass schon fast auf den Holzbrettern des Bettes geschlafen wird. So haben wir nun 60 Better ausgemessen und diese Woche wird die Bestellung für die Spezialanfertigungen gemacht. Wir haben uns für die beste Matratzen-Qualität entschieden, da somit einer Nachhaltigkeit am besten Rechnung getragen werden kann.

Fliegengitter. Fenster mit Glasscheiben gibt’s im Heim nicht. Jedoch sind die Fenster mit Fliegen- bzw. Mückengitter versehen, die ziemlich zerrissen sind. So ist die gesamtheitliche Ersetzung ein Bestandteil der Renovation, wird jedoch ebenfalls in der Jata gemacht, dem Haus der kleinen Mädchen, wo Ursina arbeitet.

Studium. Über ein halbes Jahr durfte vor allem Ursina Profesora Irma in der Schule begleiten. So konnten wir erkennen, dass für sie ihr Beruf eine Passion ist und mit Hingabe den Kindern viel für ihre Zukunft mitgeben kann. Das fehlende Geld erlaubt es ihr aber nicht, ein weiterführendes Studium zu absolvieren. Der 100%-Job und ihre Mutterpflichten lassen es auch nicht zu, einen Zweitjob anzunehmen, damit sie zu ihrem Lehrer-Einkommen von 280 Dollar noch was dazuverdienen kann. Unter Tränen hat sie sich für die Schweizer-Engel bedankt, die es ihr erlauben, ihren Traum zu verwirklichen.

Essen. Die Fotos im Web-Album sprechen eigentlich für sich. Unsere Motivation für diesen Ausflug lag darin, den Niños zusammen mit uns einen schönen Tag zu schenken, den sie ausserhalb vom Santuario verbringen können. Keinen Zweifel, ihnen wird hier ein gutes Leben ermöglicht. Jedoch spielt sich ihre Realität fast nur auf dem Heimareal ab.

Feriengeld. Im Juli waren eine Woche Schulferien. Viele Kinder konnten in dieser Zeit zu ihren Familien gehen oder für sie wurde ein Ferienplatz gesucht. Einige blieben aber auch im Heim. Da wir in dieser Zeit selbst dringend ein Timeout brauchten, haben wir etwas Geld zurückgelassen, damit sie in den Ferien etwas Spezielles machen können.

Im Namen aller Kinder, Missioneras und Irma sagen wir allen von Herzen Danke, die es mit ihrer finanziellen Hilfe möglich machten, dies alles zu realisieren. Die strahlenden Augen tragen wir tief ihn uns und durch uns sollen sie auch euch erreichen.

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